Sterbende und ihre Angehörigen begleiten: Kostenfreie Schulung für Hospizdienst-Mitarbeiter
Die sorgfältige Schulung der künftigen ehrenamtlichen Mitarbeiter umfasst etwa 120 Unterrichtsstunden, die in 14-tägigem Turnus abends angeboten werden. Außerdem sollen bei Themen wie "Kommunikation" und "Eigene Endlichkeit" Samstage als Schulungstage vereinbart werden, erklären die "Hospizdienst"-Koordinatorinnen Doris Pitzer und Susanne Schneider, die den Kurs gemeinsam mit Pfarrer Dr. Hermann-Josef Wagener leiten. Die Inhalte basieren auf einem von den Krankenkassen anerkannten Curriculum, so dass jeder Mitarbeiter die Möglichkeit hat, in jedem anderen Hospizdienst oder auch im stationären Bereich eingesetzt zu werden, erklären sie. "Jeder Kursteilnehmer entscheidet während oder nach dem Kurs, ob und in welchem Umfang er bei uns mitarbeiten möchte beziehungsweise, wie viel Zeit er oder sie aufbringen kann", sagt Doris Pitzer.
Die Schulungsinhalte sind in fünf Module aufgeteilt. Zunächst geht es unter der Überschrift "Wahrnehmung von Nähe und Distanz" nicht nur um die eigenen Motivation, sondern auch um körperliche sowie emotionale, seelische, geistige und spirituelle Nähe und Distanz. Im zweiten Modul wird das Wahrnehmen des eigenen Umgangs mit Sterben, Tod, Trauer und Verlust thematisiert, im dritten die Situation Sterbender und ihrer Angehörigen und deren Umgang mit Sterben, Tod, Verlust und Trauer. Dafür wird beispielsweise das stationäre Hospiz St. Elisabeth in Marburg besucht. Außerdem werden die Bedeutung der Biographie und Themen wie Sterbephasen, Trauerabläufe und Wahl der Versorgungsform, aber auch rechtliche Grundlagen und verschiedene Religionen besprochen.
Im vierten Modul setzen sich die Teilnehmer dann mit den Rahmenbedingungen der ehrenamtlichen Hospizarbeit auseinander und beschäftigen sich mit der Hospizbewegung, den Kooperationspartnern und der ambulanten und stationären Hospizarbeit. Außerdem werden Qualitätsmanagement und Dokumentation besprochen, und schließlich erhalten die Teilnehmer Einblicke in die Palliativpflege und Palliativmedizin. Das fünfte Modul widmet sich dann Fragen der Kommunikation und der Gesprächsführung sowie diversen Helferkonzepten und der Reflektion des Kurses.
Für verschiedene Themenbereiche sind externe Referenten zu Gast. Die Schulung dauert bis zum Herbst. Weitere Informationen gibt es bei Doris Pitzer (Tel. 0151/25 39 74 25, E-Mail d.pitzer@hospizdienst-immanuel.de) und Susanne Schneider (Tel. 0174/87 44 533, E-Mail s.schneider@hospizdienst-immanuel.de) vom "Hospizdienst Immanuel", bei denen man sich auch anmelden kann.